Von klein auf hört der Mensch was 'man' zu tun und zu lassen hat. Und bald hören wir uns selbst so reden. Das 'macht man' halt so. Wie einfach ist es doch etwas als allgemeingültig hinzustellen anstatt beispielsweise zu sagen "ich halte das für richtig..."  oder "Ich mache das so, weil es andere auch so machen." Für 'man macht'-Formulierungen gibt es keine Verordnung, kein Gesetz und zumeist auch keine moralisch-ethische Komponente, die es zu beachten gelte.

Dieses 'man macht' hält viele gerade im Berufsleben jedoch fest im Griff. Ist ja auch praktisch, denn wenn 'man macht', dann kann es ja nicht falsch sein oder zumindest ist es dann nicht mehr im eigenen Verantwortungsbereich.

Und so wird das geschäftige Treiben fortgeführt bis es häufig nicht mehr geht und womöglich sogar der Körper streikt. Denn dieses 'man macht', 'man muss' Denken und Handeln regt nicht unbedingt zur Reflektion ein. Vielmehr wird weiter ausgelatschten Pfaden gefolgt. Ist ja auch ganz praktisch, denn so kommt man lange Zeit nicht aus dem Trott, was wiederum Stabilität vermittelt.

Nur wo bleibt das Selbst, wenn das 'man macht" dominant ist? Wo ist die eigene Note, die der Persönlichkeit gerecht wird? So sitzt eine Führungskraft in einem Coaching vor einem und muss sich der eigenen Person und Bedürfniss erst wieder bewusst werden. Denn zu Beginn heißt es auch hier häufig: "Aber 'man muss' doch..." Warum? Wer bitte ist 'man'? Die Frage ist doch: Was wollen Sie, wenn Sie die Wahl hätten?

Autor: Petra Zander